Fröhlich

Siegfried Fröhlich wird am 3.7. 1877 in Würzburg geboren.

Mit Unterbrechungen wohnt er seit 1896 in Braunschweig. Seit dem 26.3. 1925 ist er in Braunschweig mit der Adresse ‚Am Windmühlenberg 1′ gemeldet.

1888 gründen Nathan Littauer und Simon Hamburger ein kleines Textilgeschäft, „Hamburger & Littauer“ welches von Beginn an sehr gut läuft. Auf Grund des guten Wachstums verlegen sie 1903 ihr Geschäft an den Kohlmarkt und Hutfiltern, dazu eröffnet Simon Hamburger noch das Geschäft am Damm „Schröder & Co“. (Siehe Felix Hamburger)

Im Laufe der Jahre sterben beide Inhaber und die Geschäftsleitung geht an den Schwager von Simon Hamburger über, Siegfried Fröhlich, sowie den Mann seiner Nichte, Eugen Feldheimer. Nach dem Ausscheiden von Eugen Feldheimer, tritt Paula Rossbach, Siegfried Fröhlichs Freundin, an seine Stelle. Die Auszahlung der Anteile an Eugen Feldheimer führt zur Schwächung des Unternehmens.

Am 11.3.1933 kommt der ‚Warenhaussturm‘ dazu. Es werden neben großen Spiegelscheiben anderer jüdischer Geschäfte auch die Scheiben von „Hamburger & Littauer “ zertrümmert. Der anschließende sogenannte Aprilboykott am 1.4. 1933, das Verbot in jüdischen Geschäften zu kaufen, sowie die Bedrohung der entsprechenden Eigentümer hat das Ziel, diese in den Ruin zu führen.

Friedrich Risse versucht Siegfried Fröhlich aus dem Geschäft zu drängen. Er will ein rein arisches Geschäft führen.

Siegfried Fröhlich hält dem Druck nicht stand und tritt noch 1933 aus.

Das Geschäft erhält jetzt den Namen “ Rosbach & Risse“.

Siegfried Fröhlich soll eine Abfindung von 100 000 Reichsmark erhalten, diesen Betrag bekommt er jedoch nicht. Er erhält eine jährliche Leibrente von 24 000 Reichsmark. Bis 1940 zahlt ihm Friedrich Risse nach seinen Angaben das Geld in monatlichen Raten als Barscheck.

(aus: Reinhard Bein, Sie lebten in Braunschweig, Braunschweig 2009, S.482) 1939 scheidet Paula Rosbach aus dem Unternehmen, Siegfried Fröhlich hatte sie als Alleinerbin eingesetzt, auch sie erhält nur die Hälfte der Gesamtabfindung.

Siegfried Fröhlich lebt zu der Zeit in Brüssel, wo er 1941 verarmt stirbt. Im Stadtarchiv findet sich die Angabe, dass er verhungert sei.

Recherche: Schüler der Realschule Maschstraße – 2011 Dean Mordred Eckert, Rene Moye – Kl 10c