Herzfeld

 

Anna Herzfeld wird am 30.09.1860 in Bad Gandersheim als Tochter des Kaufmanns Adolph Bremer und der Mutter Henriette Bremer, geb. Ballin geboren. Im April 1881 verlobt sie sich mit dem Bankier Felix Herzfeld, dem Sohn des Landesrabbiners Levi Herzfeld. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Adolf (1883), Ludwig (1886) und Ernst (1893). Felix und Anna leben zur Zeit der Geburten ihrer Kinder in Hannover.1899 zieht die Familie nach Braunschweig. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1908 wird Anne zur Witwe.

Am 12. Januar 1943 wird ihr Bruder Georg Bremer von Berlin aus nach Theresienstadt deportiert, wo er am 2. März 1943 ermordet wird.

Anna lebt bis zu ihrer Übersiedlung in dem Judenhaus Meinhardshof 3 davor in der Kaiser-Wilhelm-Straße 81. Am Sonntag, den 14. März, erfährt sie, dass sie am Dienstag, den 16. März, mit einem Transport nach Theresienstadt deportiert werden soll. Um diesem sicheren Todesurteil zu entgehen, nimmt sie sich das Leben, indem sie sich vergiftet. Fünf weitere Bewohner des Judenhauses wählen den gleichen Weg. Nach mehreren qualvollen Tagen stirbt Anna am 17. März 1943.

Ihre Einäscherung findet am 23. März 1943 statt, und ihre Urne wird in der Grablege ihres Mannes beigesetzt. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Helmstedter Straße in Braunschweig.

In einer Andacht am 29. März 1943 erklingt der Psalm 56:14
„Du hast meine Seels vom Tode errettet.“

Recherche 2024-25, Schüler + Schülerinnen der IGS Franzsches Feld
Schadia Della Ventura, Nina Traut,  Armaan-Aziz Yilma,  Semi Zo,
mit ihrem begleitenden Lehrer Jens Siebert

Quellen
Brief von Ida Herweg an Stefanie Wichert vom 17.03.1943
Stadtarchiv Braunschweig
Landesarchiv Wolfenbüttel
Internet (Center for Jewish History)