Lichtenstein

Siegfried (Salomon) Lichtenstein
Siegfried Lichtenstein wird am 05.06.1873 in Braunschweig geboren.
Seine Eltern sind Leopold (1839-1910)  und Johanne Lichtenstein.

Siegfried Lichtenstein ist der Bruder von
Selma Sabine und Paul Norbert Lichtenstein.
Er geht in Braunschweig auf das Gymnasium Martino-Katharineum und übernimmt
nach dem Tod seines Vaters dessen Viehhandlung. Diese ergänzt er durch eine
Spargelplantage und ein Fuhrunternehmen.
1902 heiratet er Bertha Dietrich, geb am 21.3.1881 in Hannover.
Sie ist katholischen Glaubens.  Bertha und Siegfried haben 3 Kinder:
Hermann geb. 1903, Thusnelda (Nelly) geb. 1904, verh. Kliemann und
Anita, Schicksal unbekannt.
1926 sagt Siegfried sich vom jüdischen Glauben los (Dissident).

Am 10.11.1938 wird er während der Pogromnacht als „Aktionsjude“ verhaftet, nach
Wolfenbüttel (UHA) ins Sammellager verschleppt und in das KZ Buchenwald
deportiert. Dort erhält er die Häftlingsnummer 23907. Kurze Zeit später wird er am
21.11.1938 wieder frei gelassen.
Infolge der Reichspogromnacht verliert er am 12.11.1938 sein Unternehmen und
darf ab dem 01.01.1939 im Zuge der Verordnung zur „Ausscheidung der Juden aus
dem deutschen Wirtschaftsleben“ (Arisierung) nur noch als Arbeiter tätig sein.
Vermutlich, weil sich seine Frau nicht von ihm scheiden lassen will, wird er 1944 ins
Lager 21 Hallendorf deportiert. Dort wirde er am 20.03.1944 ermordet.

Recherche 2024-25,  Schüler+ Schülerinnen der IGS Franzsches Feld
Roven Abratis, Finja-Marie Dobrat,
Artsiom Hryhoryev,Helen Marie Westphal
mit ihrem begleitenden Lehrer Jens Sieber

Quellen
Bunsvicensia Judaica (Braunschweig, 1966)
Stadtarchiv
„Sie lebten in Braunschweig“ von R. Bein
Standesamtsbuch für Salzgitter-Watenstedt
Arolsen Archiv