Alfred Sternthal

wurde am 25. September 1862 in Köthen geboren.
Seine Eltern waren der Kaufmann Hermann Sternthal (1837-1904)
und Ida Adelheid Sternthal geb. Rothgießer  (1831-1912).
1865 zogen seine Eltern mit seinem jüngeren Bruder Oscar
(geboren 1963) nach Leipzig, während Alfred bei seinen Großonkel in Köthen blieb.

Dort wurde er 1868 in die Elementarklasse des Köthener Gymnasiums eingeschult. Ein Jahr später wurde in Leipzig sein jüngster Bruder Felix geboren.
Im Jahr 1971 starb sein Großonkel, weshalb Alfreds Eltern ihn zu sich nach Leipzig holten, wo er auf die Bürgerschule wechselte. Anschließend ging er auf die Realschule 1. Ordnung, dann auf das Nicolai-Gymnasium, wo er 1882 Abitur machte.

Bereits 1879 wanderte sein Vater in die USA aus, weil sein Weinhandel schlecht lief.
Sein Bruder Felix folgte 1883 und seine Mutter folgte ihrem Mann in die USA, als Alfred seine Berufsausbildung begonnen hatte.
Der jüngere Bruder Oscar blieb ebenfalls in Deutschland und wurde Schauspieler.

Alfred studierte in Leipzig Medizin, machte am 13. November 1886 seinen Abschluss und spezialisierte sich auf Dermatologie und Chirurgie. 1887 promovierte er und bekam seine Approbation, also seine Zulassung, als Arzt.
Im Sommer desselben Jahres verlobte er sich mit Martha Löwenstein (geboren 1858) und   eröffnete eine Praxis im Damm 12 in Braunschweig.
Am 22. November 1887 heiratete er Martha.
1888 wurde Alfred Arzt bei einer kaufmännischen Ortskrankenkasse.

Die Familie zog 1889 in die Friedrich-Wilhelm-Straße 19, außerdem zog seine Schwiegermutter bei ihnen ein und
ihr erstes Kind Friedrich Salomon wurde am  27. November 1989 geboren.
Am 16. November 1895 wird seine Tochter Ilse Lea geboren.

Schon in dieser Zeit, 1895, wurde ihm die Leitung des dermatologischen Landeskrankenhauses verwehrt aufgrund
seiner Religion.
1897 kehrten seine Eltern aus den USA nach Braunschweig zurück, während der Bruder Felix in den USA blieb.

Im gleichen Jahr trat Alfred dem deutschen Verein für Naturwissenschaften bei und kümmerte sich um die Organisation der Sektionsveranstaltungen der Dermatologen im Rahmen der 69. „Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte“ in Braunschweig. Außerdem führte er in dem Jahr die Strahlentherapie in Braunschweig ein.
Im nächsten Jahr, 1898, zogen sie in die Wolfenbütteler Straße 58.

Gemeinsam mit Richard Müller-Uri arbeitete Alfred Sternthal im Jahr 1900 an dem Patent DRGM 115874 Lupusröhre für elektrotherapeutische Behandlungen.
1902 zog die Familie erneut um, jetzt in den Löwenwall 1 und Alfred begann mit öffentlicher Aufklärung, z.B. in Schulen,
um Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen.

Als 1904 sein Vater starb, zog seine Mutter bei Ihnen ein. Im Jahr 1905 wurde er Oberarzt im Rote-Kreuz-Krankenhaus in Braunschweig.
Drei Jahre später kauften sie eine Villa in der Hennebergstraße 14, in der die Familie auch bis zu ihrer Emigration lebte.

1911 verlieh man ihm den Titel eines Sanitätsrats.
Aber das wurde durch den Tod seiner Frau Martha  am 2. Juli überschattet.

Um sich um Alfreds Kinder zu kümmern, zog im Dezember 1911 Paula Edelstein bei den Sternthals ein.
Paula war eine langjährige Freundin der Familie, auch die Kinder kannten sie gut.
Am 4. August 1914 verlobte sich Alfred mit Paula und sie heirateten  am 27. September desselben Jahres.

Zudem baute er 1914 ein Reservelazarett für Geschlechtskrankheiten für Soldaten in der Karlstraße auf.
Er behandelte 1915 sogar den erstgeborenen Sohn der Herzogin, 1916 den Zweitgeborenen.

1918 sollte er außerdem zum Professor ernannt werden, doch das ging im Chaos des Kriegsendes unter.
Trotzdem wurde Alfred 1932 Vorsitzender des Vereins für Naturwissenschaften, was er aber im April 1933, nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, – wie auch viele andere Tätigkeiten – aufgeben musste.

Im Juli 1936 flüchteten Paula und Alfred Sternthal in die USA , in die 25 E Washington Street, Chicago, wo sein Bruder noch immer lebte und wohin die Tochter Ilse mit ihrer Familie bereits im Januar gezogen war.
Sie verkauften ihr Haus in Braunschweig und das Inventar, das wichtigste ließen sie per Schiff nach Chicago bringen.

Dort wurde Alfred in die „Chicago Dermatologie Society“ aufgenommen.

Am 24. April 1942 starb Alfred Sternthal, drei Monate nach Paulas Tod, an einem Tumor im Bauchbereich.

Recherche 2017: Schülerinnen und Schüler Klasse 10S der Christophorusschule, CJD Braunschweig, durchgeführt, angeleitet von Anja Masuch, Religionslehrerin der Klasse,
unter Mitwirkung von Rita Weiler.
Vorarbeiten zur Recherche führte aus: Rudolf Fricke , Lehrer im Ruhestand, Wolfenbüttel.