Moch

Heinrich und Leopold Moch

Die Eltern von Heinrich und Leopold sind Aaron und Amelie Moch, geborene Nathan und wohl Tochter des Kantors. Leopold Moch ist der ältere, er wurde am 16.12.1884 in Nonnenweiher geboren, sein Bruder Heinrich am 4.9.1892, ebenfalls in Nonnenweiher.

Über ihre Kindheit und Jugend erfahren wir wenig, wir wissen aber, dass Leopold Kaufmann wurde und mit ca. 20 Jahren nach Peine kam und dort für ein jüdisches Unternehmen arbeitete. In dem jüdischen Schuhgeschäft Fels lernt er seine zukünftige Frau Ida, eine Christin, kennen und sie heirateten in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Im Jahre 1914 kommt die Familie, die Tochter Anneliese ist bereits drei Jahre alt, nach Braunschweig in die Gliesmaroder Strasse 102 . Als im August der 1. Weltkrieg ausbricht, wird er sich vermutlich freiwillig gemeldet haben, im Oktober wird das zweite Kind, Heinz, geboren. Seine Frau ist in den Kriegsjahren wieder bei Ihren Eltern in Aschersleben. Nach dem 1. Weltkrieg ist die Familie wieder zusammen und Leopold arbeitet als selbstständiger Kaufmann. Die Familie lebt nun in der Kasernenstrasse 9, wo Leopold ein kleines Geschäft betreibt. Zum 1. Januar 1939 findet man seinen Sohn Heinz Moch als Geschäftsinhaber eingetragen, denn ab dann galt das Gesetz zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben. Leopold muss zur Müllabfuhr, die Drangsalierungen nehmen von Tag zu Tag zu.

Als die Diskriminierungen immer mehr zunehmen und die Unterdrückungsmaßnahmen das eigene Leben immer mehr einengen und beschneiden, muss auch Heinrich Moch in Nonnenweiher überlegen, was jetzt zu tun ist. Mit seiner Frau Sophie, Tochter eines Rabbiners, und seiner 1921 geborenen Tochter Fanny, wendet er sich an seinen Bruder und verlässt Nonnenweiher, wo er einen Land- und Viehhandel besaß. Diesen musste er billig verkaufen, da die Nazis ihn enteigneten. So kommt er mit Handgepäck in Braunschweig an und lebt zunächst in der Wohnung seines Bruders, später zieht er in eine Nachbarwohnung mit zwei Zimmern auf die Steige, ganz in der Nähe. Man will zusammenbleiben und erhofft sich Hilfe von der christlichen Schwägerin Ida. Im Jahr 1942 erfolgte dann die Deportation von Heinrich, Sophie und Fanny und zwar in Richtung Frankreich in das Sammellager Drancy. Für seinen Bruder Leopold verlieren sich die Spuren seiner Angehörigen im Nichts. Zwei Jahre später helfen auch die Bittgesuche von Ida Moch bei der Braunschweiger Gestapo nicht mehr. Für Leopold wird der Abtransport nach Auschwitz angeordnet. Am Abend zuvor nimmt sich Leopold Moch das Leben.

Recherche: Alexander Bertram, Sebastian Böhm, Sofien Kratou, Niels Lichtblau, Daniel Lorenz, Florian Pomykai, Florian Riewestahl, Andreas Sichmund; Fach-Gymnasium der BBS II, Klassen 06/1 und 06/2

Braunschweig den 26.09.2007